Jan Hartwig

Jan Hartwig

Küchenchef - Chef de Cuisine @Atelier

Aufopferung & Liebe zum Beruf: mein Weg zum 3. Stern

Der Beruf eines Koches ist fordernd. Er erfordert eine gewisse Aufopferung bzw. Opfer. Das muss man ganz klar wissen aber das wird einem auch schnell bewusst. Wenn man merkt, dass die Freunde am Wochenende auf Partys gehen, wenn man Familienfeiern absagen muss oder vielleicht nicht zur Hochzeit seines besten Freundes gehen kann. Dann macht man sich natürlich Gedanken drüber, ob dieser Job das richtige ist. Aber das merkt man schnell, meistens bereits während der Ausbildung und nicht erst nach 15 Jahren. Ich selbst habe schnell gemerkt, dass ich bereit bin Opfer dafür zu bringen. Natürlich sind dadurch Freundschaften auf der Strecke geblieben, aber man lernt viele tolle Leute und Freunde kennen, die das Leben bereichern.  Für mich haben die tollen Momente und die positiven Seiten meines Berufes alles andere überschattet. Ich habe immer mehr daraus gezogen, für meine Persönlichkeit und für meine Entwicklung. Meine Arbeit vermittelt mir auch dieses Wohlgefühl, da ich diesen Beruf einfach mit all seinen Facetten liebe. Du gibst Opfer, es ist zeitintensiv, psychisch und physisch anstrengend, aber für mich haben die positiven Seiten immer überwogen. Ich kann kreativ arbeiten, meine Seele in Form meiner Gerichte zum Ausdruck bringen und dadurch Emotionen zeigen. Bil ©Lukas Kirchgasser Fotografie

Dass meine Arbeit jetzt im vergangenen Jahr mit dem dritten Stern belohnt wurde, ist natürlich ein wahrgewordener Traum. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich und ich kann jeden Tag daraus zehren. Trotzdem bedeutet das aber auch eine große Verpflichtung gegenüber meiner Gäste, meines Teams sowie mir selbst. Doch für mich ist es eine tolle Verpflichtung, da ich mir das so sehr gewünscht habe. Dass der dritte Stern so schnell gekommen ist, ist ein Traum. Ich bin überglücklich und für mich waren es all diese Aufopferungen absolut wert. 

Career
  • 119º

Comment (2)

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Hallo aus Nürnberg! Lieber Jan, leider hatten wir noch keine Gelegenheit, uns kennenzulernen. Für jeden (Außenstehenden) ist die "GuideMICHELIN" Story und das "Get it all" eine emotionale Reise. Von Milliarden Menschen auf dieser Welt gibt es keine 1000, die "Drei Sterne" am Eingangsbereich stehen und zum werben haben (Ich kenne die genaue Zahl der "DreiSterner). Wenn man sich diese Zahlen mal anschaut und die Vergabe der Sterne noch so wäre, wie bei der Ideenfassung - Oh mein Gott, wir müssten Bücher darüber lesen können. Toll, dass die eigene Motivation so in der Vordergrund gestellt wird und der Verzicht auf so viele "MainPoints" im Leben beschrieben wird... Wir sollten einen Fehler jedoch nicht begehen: Den Fehler, damit für die Nachkommen ein Brainstorming über die eigene Zukunft anzufeuern und junge Menschen unbeaufsichtigt in diesem Beruf schlittern zu lassen. Genaus das passiert seit Jahren und ist für das gesamte Branchenimage mitverantwortlich. Zum Abschluss der "Sterne". Seit Jahren werden vom GuideMICHELIN nur noch Konzepte bewertet und nicht die eigentliche Kochkunst. Da sind wir wieder beim Thema - Was war die Grundidee, der Guides? Ich selber komme aus der Sterne Gastronomie und bin auch bis heute in vielen Sterne-Restaurants unterwegs. Es gibt nur ganz wenige, wo ich sage: Die Oma oder Mama hätte es nicht besser hinbekommen... Jede Medaille hat eine zweite Seite - leider wird diese gerne in unserer Branchen nicht berücksichtigt. Mit besten Grüßen, Daniel Tunys

Toll geschrieben. Viele vergessen es leider oft was dieser Beruf einem bringt, aber auch kostet. Ich habe über die Jahre viele gute Köche kennengelernt, welche einiges drauf hatten, jedoch nicht mit Liebe und Leidenschaft dabei waren... und dies hat man leider oft geschmeckt. Ich versuche oft diese Leidenschaft an Azubis weiterzugeben, aber es ist schwer noch wirklich interessierte zu finden die auch bereit sind, vieles zu geben oder auf einiges verzichten zu müssen. Mir persönlich spricht diese Story auf der Seele und es freut mich sehr sie entdeckt zu haben. Vielen Dank. Ich hoffe ich werde auch eines Tages so Stolz auf mich sein können, wie du/Sie es sein können. LG & Glückwunsch