Artur Gottmann

Artur Gottmann

Inhaber / Geschäftsführung @Benchmarked

Burgerfleisch bald nur noch aus dem Labor?

Forscher arbeiten weltweit daran, um von der Massentierhaltung wegzukommen und versuchen, künstliches Fleisch zu züchten. Die ersten Erfolge erzielten Forscher bereits vor vier Jahren und präsentierten eine Fleischbulette aus der Retorte vor der Weltöffentlichkeit. Geschmacklich überzeugte die Bulette allerdings damals noch nicht - es fehlte dem Fleisch nachweislich an Fett. Seitdem hat sich in den letzten Jahren allerdings bereits viel getan. Der Medizin-Professor Mark Post ist einer der Köpfe, die hinter der Entwicklung des künstlichen Fleisches stecken. Er treibt das Projekt kontinuierlich voran und ist mittlerweile Chef-Wissenschaftler einer Start-Up Firma. "Ich denke in drei bis vier Jahren werden wir unser Produkt auf den Markt bringen. Vermutlich in den Niederlanden und in Großbritannien." Das Team erzeugt sein Fleisch aus den Muskel-Stammzellen von Rindern, welche in Bio-Reaktoren vermehrt werden. Unter geeigneten Bedingungen teilen sich die Muskel-Zellen und entwickeln sich zu Muskelgewebe.  Die erste Zellteilung benötigt eine Zeit von mindestens 24 Stunden. Allerdings verläuft das Wachstum der Muskel-Zellen exponentiell und innerhalb von 50 Tagen hat man Abermillionen Zellen, was umgerechnet 10.000 Kilogramm Fleisch entspricht. Finanziert durch Investoren erzielen die Wissenschaftlicher gewaltige Erfolge und sind inzwischen auch dazu in der Lage Fettgewebe zu züchten und das Muskelgewebe Myoglobin produzieren zu lassen. Myoglobin ist der Stoff, der die Muskeln rot färben lässt und Ihnen den Fleisch-Geschmack verleiht. "Wir wissen immer mehr darüber, wie Zellen ticken. Und wie wir sie dazu bringen können, das zu tun, was sie auch im Tier machen". Zehn, Elf Dollar soll der Burger zukünftig kosten. Und auch in Kalifornien und in Israel wurden kürzlich Firmen angemeldet, die Fleisch Züchten und Vermarkten wollen. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis auch in unseren Burger-Lokalen die ersten künstlich gezüchteten Burger auf dem Teller landen.

Dish
  • 45º

Comment (4)

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Spannend aber ich bin definitiv für echtes, qualitatives Fleisch!

Naja, ich hoffe mal nicht, dass das die Zukunft ist.

Die Zukunft gefällt keinem. Veränderung von Gewohnheiten sind immer schwer. Wir als Köche haben die Aufgabe den Übergang qualitativ und zum Leid vieler, vegetarisch wie auch vegan zu erleichtern, ja gar gesundheits wie auch umweltunfreundliche Gewohnheiten abzuschafen. Meiner persönlichen Meinung braucht es keinen Ersatz, sondern schlicht und einfach ein Umdenken.

Wenn “das” die Zukunft ist dann dann muss ich umdenken ..