Speisekarten(Optimierung)

Die Speisekarte ist das Aushängeschild des Restaurants. Gäste schließen von der Qualität der Speisekarte auf die Qualität der Küche.  Das bedeutet: Wenn die Speisekarte schlampig gestaltet, langweilig, überfüllt, alles bedient oder dreckig ist, denken Gäste ähnlich über das Restaurant. Die Speisekarte ist das EINZIGE Marketingmedium, mit dem JEDER Gast in Kontakt kommt.  Daher sollte man auf Folgendes achten: Rechtschreibfehler Diese Fehler lassen sich am ehesten vermeiden und – dank Autokorrektur oder Korrekturlesung – sind die geringsten Kenntnisse notwendig. Trotzdem machen viele Schreiber von Menükarten jede Menge Rechtschreibfehler, wenn sie ihre Speisekarte ausformulieren. Daher als Tipp, bevor man die Speisekarte zum Druck gibt, bzw. selbst druckt: Einfach einen Mitarbeiter  oder besser mehrere) kurz über die Speisekarte drüber lesen lassen, da diese häufig leichter die Fehler finden als man selbst,  „Betriebsblindheit“) bezeichnet. Das bedeutet, dass man als Verantwortlicher häufig so stark im Geschäftsalltag verwickelt ist und sich an die Geschäftsprozesse gewöhnt hat, so dass viele Dinge übersehen werden, die einer Änderung bedürfen. ( so wird aus Lachstatar- oft Lachtatar  oder  Hünchen statt Hühnchen) "Zuviel des Guten" Auch dies ist ein sehr häufiger Fehler einfach zu viele Speisen  aufzulisten. Das hat mehrere Nachteile: • Ihre Gäste werden bei der Wahl „verwirrt“, können sich schwieriger entscheiden und empfinden diese Ratlosigkeit als unangenehm. • Die Küche hat Probleme, weil viele Gerichte, mehr Einrichtungen, mehr Zutaten,  mehr Vorrat und mehr Arbeitsaufwand erfordern (was natürlich mit höheren Kosten verbunden ist).  Und da nicht verbrauchte frische Ware schnell schlecht wird, auch mehr Abfall oder Überschuss erzeugt. Es ist klar das mehr als 100 Gerichte auf einer Karte kaum frisch verarbeitet werden, sondern man auf  Convenience oder TK zurückgreift. • Das Restaurant wird nicht mehr als authentisch angesehen, da dort anscheinend alles angeboten wird mit der Schlussfolgerung: „Die machen zwar viel – aber nichts richtig!“ Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen, wie z.B. ein Restaurant, dass viele Varianten verschiedenre Burger; Hot Dogs, Schnitzel oder Pizzen anbietet und wegen seiner großen Auswahl und phantasievollen Anrichtungen bekannt ist. Fremdwörter und Fachausdrücke werden ohne Erklärung auf der Karte verwendet Da Restaurantleiter und Chefs sich gut im Restaurant auskennen und auch die Speisekarten  gut kennen, erwarten sie unterbewusst häufig, dass die Gäste das auch wissen („Facharbeitersyndrom, elaborierter Code“). Vielen Gästen fehlt das Fachwissen zu den Speisen, Gerichten, Zutaten, den Zubereitungsmethoden und sie können sich unter den verwendeten Fremdwörtern und fremden Zutaten nichts vorstellen. Viele Personen schämen sich nachzufragen, da sie nicht als „dumm abgestempelt“ werden wollen (besonders männliche Personen, wenn sie in weiblicher Begleitung sind). Deshalb sollte man beim Schreiben einer Karte immer jemanden fragen, der die Gerichte nicht kennt, ob er verstehen würde, worum es sich bei der Beschreibungen  der Gerichte handelt. Tipp: Das Personal schulen, dass es Zutaten und Zubereitungsmöglichkeiten erklären kann.

Fehler bei der Auswahl des Materials der Speisekarte Bei der Auswahl des Materials für die Speisekarte sollte man auf folgendes achten: • Haltbarkeit-   also nicht schon nach kurzer Verwendung fleckig oder kaputt geht, Qualität ist wichtig. • Look - Ist die Karte etwas Besonders, aus bestimmten Materialien, Farben oder Formen? • Haptik - Fühlt sie sich gut an? • CI/ Image -  Passt die Karte ins Lokal und erkennt man das Motto des Lokales wieder? • Außergewöhnliche Karte kreieren  , um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden. • Sonderkarten und Tageskarten sollten sich optisch einfügen und zum Stil passen. Die Vorteile von austauschbaren Seiten bei einer Speisekarte sind, dass Sie verschiedene Elemente zur Umsatzsteigerung testen können (z.B. die Preise, das Layout, Platzierung der Gerichte..) und Ihr Speiseangebot regelmäßig ändern und aktualisieren können.  Das gilt auch für eine wechselnde Weinkarte, so kann man immer wieder Weine austauschen, bis man die Weine gefunden hat, die den Gästen am besten schmecken. Fehler bei der Lesbarkeit der Speisekarte Grafik Designer und Werbeagenturen drücken den Wirten oft Farbkombinationen auf, welche zwar interessant aussehen mögen, allerdings von den Gästen schwierig zu lesen sind. Wenn man  also die Speisekarten erstellt sollte man darauf achten, dass man Farbkombinationen wie z.B. gelbe Schrift auf rotem Untergrund vermeidet, die Schrift nicht zu klein ist und vor allem vom älteren Publikum, besonders wenn die Lichtverhältnisse nicht so gut sind, auch leicht gelesen werden kann. Handschriftliches sollte ebenfalls lesbar sein. Originalität bei der Kartenerstellung Wenn fast das gleiche Speisekartendesign und Layout wie in anderen Restaurants genutzt wird, geht man als Gast davon aus, dass das Lokal sich von der Konkurrenz wenig abhebt- nicht nur auf der Karte. Das gilt besonders für Speisekarten Templates und Vordrucke aus dem Netz.   Zwar sollte auch nicht der Fehler gemacht werden, dass beim Erstellen der Speisekarte die Kreativität durchbricht und eine „Kunst& ART“ Speisekarte entsteht, die kaum verkauft, aber hübsch ausschaut.  Ein gewisses Level an Individualität und Einzigartigkeit sollte aber schon rübergebracht werden. Im Netz, auf Pinterest, in google, instagram, FB, tastespotting oder den -gawkers findet man viele Ideen wenn man Begriffe rund um ein Thema eingibt. Auf Pinterest kann man sich Pinwände anlegen und Ideen speichern und immer darauf zurückgreifen. Die Suchbegriffe kann man auch in verschiedenen Sprachen starten oder ähnliche Bilder / Pinwände suchen. Dort  findet man auch Vorlagen und Beispiele zum Herunterladen.

Die Kategorie Speisekartenoptimierung ist  ein wichtiger Faktor im Verkauf. Die Karte ist maßgeblich daran beteiligt, wie hoch die durchschnittliche Bestellung bei Ihnen im Restaurant ist. Und eine Steigerung der durchschnittlichen Bestellung um beispielsweise nur 50 Cent, bringt bei 30 Gästen pro Tag zusätzlich 7.300 Euro Gewinn im Jahr ein (bei einer durchschnittlichen Erhöhung um nur 1 Euro, sogar 14.600 Euro)! Tipp:  Hauptspeisen und Beilagen extra anlegen. Das Hauptgericht scheint dann a.) nicht so teuer und b.) jeder kann sich genau aussuchen, aus was er Lust hat.   Zusätzlicher Vorteil: Vegetarier können sich aus den Beilagen  ein Gericht zusammenstellen.  Das gilt auch für Baukastensysteme, die sehr beliebt sin Burger selber bauen Hotdogs oder Pommes Frites mit vielen verschiedenen Saucen Salatbuffets auch mit ungewöhnlichen Salatsorten wie Löwenzahn, Brunnenkresse oder Portulak Müslis selber zusammenstellen..... etc. Selbst zusammengestellte Teller für den Teppanyakigrill Frühstückskarten zum Ankreuzen etc.  Eine andere Art sich abzuheben sind Miniportionen, Tapas oder Fingerfoodteller Kleine Probierportionen anbieten- so macht es Lust  das Programm zu  testen. Wer frisch kocht hat damit selten ein Problem. Senioren und Leute, die nicht so viel essen möchten werden das lieben.  Zusammengefasst: 1.) Die Menükarten sind nicht nur Preislisten. Deren Speisekarte ist nichts anderes als eine Liste der Gerichte, den dazugehörigen Zutaten und daneben wird der Preis aufgeführt. Genau so eine Gestaltung führt dazu, dass die meisten Gäste die Gerichte sehr viel eher nach dem Preis auswählen, anstatt die Speisen zu nehmen, die das Restaurant entweder am besten repräsentieren oder aber (häufig auch UND) das meiste Geld bringen. Daher sollten Sie Ihre Speisen nicht einfach neben dem Preis auflisten, sondern Design und Beschreibung so nutzen, dass der Fokus auf die Gerichte und deren Qualität fällt, sozusagen auf dem kulinarischem Erlebnis – und nicht auf den Preis! Gerade bei der Nutzung von Speisekarten Vorlagen wird dieser Fehler häufig begangen.  2.) Die Beschreibung der Gerichte  Bei der Formulierung von Speisekarten werden die Gerichte werden nicht ausreichend gut beschreiben. Häufig sogar einfach nur Gerichte-Name und Zutaten. Dabei können Sie verschiedenen Wörter und Formulierungen nutzen, um die Gerichte wertiger erscheinen zu lassen. Denn was  hört sich besser an (und wofür sind Gäste bereit mehr auszugeben)? Rinderhüftsteak mit Kartoffeln und Gemüse ODER: Bio- Hüftsteak vom  Almochsen mit  knusprigen Kräutermantel, feines Wintergemüse  und Kartoffelngröstl nach Almhütten Art in der Eisenpfanne Gerichte, die man appetitlich umschreibt, können sogar höherpreisig verkauft werden. Zusätzlich stufen die Gäste das Restaurant und die Speisen als hochwertiger ein und im Vergleich mit anderen Restaurants, die ein ähnliches Programm führen,  schneidet man besser ab. Auch Namen, die mit dem Ort, dem Lokal, Personen, Namen, Motto oder historischen Fakten veknüpft sind eigenen sich, die Aufmerksamkeit zu steigern und sich sogar etwas einfallen zu lassen, das sich aus dem Kontext ergibt: z.B. American/ N.Y./ Chicago...... Breakfast mit einem Wrigleys Kaugummi, Popcorn oder Colaweingummi.... Bayerischer/ Landshuter/ Minga/ Ammersee Burger..... mit Bayernfähnchen, Brezelchip, Semmel in Lederhosenform...... Reeperbahnscholle/ Pit&HeinsFischröllchen oder Finkenwerder insideout ... auf  Tellern in Fischform, als Aquarium dekoriert mit Luftblasen aus Balsamicoperlen.... Pizza Romeo e Giulietta, Gioconda oder Roberto Begnini.... Goethes Delight oder "kugeliger Mozart"  auf Pistazienmousse als Desserts...... 3.) Die Karte sollte man als  Botschafter sehen Wie schon oben erwähnt, ist die Speisekarte das einzige Marketingmedium, welches mit jedem  Gast in Kontakt kommt. Somit ist die Karte, zugleich wie ein Verkäufer und Botschafter für das Lokal. Die Speisekarte liegt ständig in der Nähe der Gäste und ist somit der Rappräsentant der Küche  und des Lokals. Eine Speisekarte kann ein Star-Verkäufer sein oder eine Verkäufer-Niete, sie berät Gäste bei der Auswahl und ist daher extrem wichtig. Aufgaben: Die Karte ständig verbessern und ihr die volle Aufmerksamkeit schenken. Unterschiedliche Preise, unterschiedliches Layout, unterschiedliche Namen ausprobieren,… und beobachten, wie sich das auf Gewinn und die durchschnittliche Bestellgröße auswirkt.

Wie man  eine wirkungsvolle Speisekarte erstellt: • Überlege genau, was das Image/ Motto/ Thema/ Zielgruppe des  Restaurants ist und welche Art von Karte und Speisekartenmappe zu diesem Image passt. • Wähle die Karte und das passende Layout darauf basierend aus und achte  auf die Lesbarkeit der Karte, sowie auf die Auswahl des richtigen Materials. • Schaue dir deine Speisen genau an und überlegen, welche dein Restaurant am besten repräsentieren  (Signatur Dishes) und dir das meiste Geld einbringen und den Gästen am meisten Spass macht. Überlege auch, welche Gerichte du womöglich streichen kannst. Mache Gerichte attraktiver in dem du anderes Geschirr nimmst , anders anrichtest oder kleine Gadgets beifügst ( wie z.b. die Zitrone im Gazemantel zum Schnitzel, 3 Schüsselchen mit verschiedenen Dips für Kartoffelspalten, kleine Semmeln auf heißen Kieselsteinen oder in Papiertüten, verschiedene Salz- oder Pfeffersorten in einem Display) • Ändere die Namen und Beschreibungen der Gerichte. • Achte darauf, dass keine Fremdwörter unerklärt bleiben und die Gäste sich ein Bild von den Gerichten machen können (beseitige dabei alle Rechtschreibfehler). • Erstelle deine Speisekarte so, dass der Fokus auf den Gerichten, dem kulinarischem Erlebnis und nicht auf dem Preis dieser Gerichte liegt. • Nutze  grafische Gestaltungsmittel (Farben, Boxen,..) um den Verkauf Ihrer besten Speisen zu fördern. • Behandele deine Speisekarte wie einen Botschafter und Verkäufer und teste ständig alle Elemente Ihrer Karte aus. • Achte bei selbstgeschriebenen Karten auf Lesbarkeit. Wer von den Mitarbeitern hat eine schöne Schrift? Übrigens: Wenn ihr Ideen zu dem Thema - Verbesserung im Service eines Gastrobetriebes habt, Fotos ( gerne!!!!!!)  oder auch Anmerkungen, ob etwas fehlt: Schreibt mir eine email: Eine für alle, alle für einen besseren Service.... alm@almchemilla.com 

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