Carlo Graf Bülow

Carlo Graf Bülow

Barista, Röster, Verkäufer, Trainer @Schamong Kaffee

Espresso Italiano Champion - Deutscher Vorentscheid in Köln auf der ISM

Mitte Januar befand ich mich nach dem Weihnachtsgeschäft (wer verschenkt eigentlich keinen Kaffee?!) im wohlverdienten Urlaub und auf Familienvisite in Potsdam, als mich hier auf Facebook die Einladung erreichte, die Seite von Espresso Partner Pool aus Hamburg mit "gefällt mir" zu markieren. Da ich die Jungs und Mädels von dort kenne und schätze, habe ich das natürlich gerne gemacht... Mittlerweile bin ich mir aber fast sicher, dass Philipp Diekmann die Einladung nicht ohne Hintergedanken an genau diesem Tag versendet hat. Denn wie es der Zufall wollte, wurde kurz vorher von eben jenem Espresso Partner Pool eine Wildcard für die Teilnahme am Espresso Italiano Champion Wettbewerb ausgeschrieben auf die man sich bewerben konnte. Und wer ist bei den Worten "Barista" und "Wettbewerb" meist schnell hellhörig? Richtig: Ich! So kam es, wie es trotz Urlaub kommen musste; ich reichte meine Kurzbewerbung ein und erfuhr schon wenige Tage später bei einem Telefonat auf dem wunderschönen und verschneiten Wasserspielplatz des Potsdamer BuGa-Geländes, dass ich als Barista und Röster aus Kölns ältester Kaffeerösterei Schamong am Heimspiel auf der Internationalen Süßwarenmesse, kurz ISM würde teilnehmen dürfen. Im ersten Moment war ich mir gar nicht sicher, ob das unbedingt so super sein würde, immerhin hatte ich kaum mehr anderthalb Wochen bis zum Wettkampf. Vorbereitung? Fehlanzeige... Das Regelwerk zudem recht ungewohnt, mit einigen Stolpersteinen gegen die persönlichen Gewohnheiten im Workflow. So dürfen die Milchkännchen beispielsweise nach dem Aufschäumen nicht aufgeklopft werden, um etwaige Bläschen zu entfernen. Ansonsten droht Punktabzug... Wie dem auf sei - schließlich hieß es Augen zu und durch. Am späten Nachmittag des Vortages gab es ein kleines Warm-Up um den eigens ausgesuchten und "Espresso Italiano"-zertifizierten Espresso (in meinem Fall "Mokarico" aus dem schönen Florenz), sowie die Maschine und Mühle kennenzulernen, was durchaus hilfreich war. Dann kam der Wettkampftag und es waren überraschend viele bekannte und teils namhafte Gesichter unter dem Wettbewerbern; unter anderem Jens, der bereits vor zwei Jahren am Finale dieses Wettbewerbs in Mailand teilgenommen hatte (Unbezahlbare Erfahrung!) und Norman, der u.a. schon an den deutschen Baristameisterschaften teilnahm. Ich war also nicht der einzige Wettkampferprobte... Dass die Bühnenerfahrung durchaus von Vorteil ist, sollte sich im Laufe des Tages zeigen, denn bis auf Jens, Norman und meine Wenigkeit hatten alle Teilnehmer erhebliche mit dem Zeitlimit zu kämpfen in dem die perfekte Mühleneinstellung, vier Espressi und vier Cappuccini gefragt waren. Entsprechend fielen dann auch die Platzierungen aus. Der Gewinner kam aus eben unserem In-Time-Trio. Der Moderator der Veranstaltung machte es bei der Siegerehrung angenehm kurz und schmerzlos: "Der Espresso Italiano Champion iiiiist... Carlo! Graf! Büüülow!" Was zur Hölle?! Dass ich auf dem Treppchen landen würde, war nach allen Auftritten absehbar. Dass ich aber gewinnen und somit das Ticket für die HOST in Mailand samt Teilnahme an der Endrunde des Espresso Italiano Wettbewerbs lösen würde: UN-FASS-BAR! Nach zwei dritten Plätzen bei großen Wettbewerben gab's nun also einen Ersten und ziemlich Unerwarteten. Und das in einem Format, das in Deutschland zwar noch recht unbekannt ist, in Italien aber vermutlich ebensoviel Renommee besitzt, wie die SCA(E)-Wettbewerbe. So ganz glauben konnte ich es wohl erst Wochen später. Bis Oktober und bis zur HOST in Mailand ist ja aber auch noch ein wenig Zeit und Spontanität scheint mir und diesem Wettbewerb ja durchaus gut zu liegen. Danke an alle Organisatoren, Helfer, Juroren, die Teilnehmer, Sponsoren, das Instituto Nazionale Espresso Italiano und alle, die diesen Tag möglich gemacht haben. WAHNSINN!

  • 7º

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